von Tarifa nach ...

14. Tag 22.2.25 Ruhetag

Ein wunderschöner Tag, auch wenn er nicht besonders verheißungsvoll anfing.

Die Wetter App kündigte es gestern schon an. Vormittags wird es regnen und pünktlich um 6:00 Uhr in der Früh fing das leichte prasseln auf meinem Zeltdach an. Natürlich wurde die App sofort konsultiert, um zu checken, wie lange das wohl so sein würde. Ja, die gute Nachricht Mittag sollte Schluss sein mit dem Regen. Einigermaßen beruhigt machte ich mich um 9:00 Uhr auf den Weg, denn ich hatte schon vor drei Tagen eine Führung auf dem berühmten Caminito del Rey gebucht.

Der Regen wurde allerdings eher stärker als schwächer. Eigentlich war eine Führung in englischer Sprache gebucht, aber unser Guide konnte sieben Sprachen unter anderem fließend deutsch, da hat er in Köln studiert und insgesamt acht Jahre gelebt. Nachdem er die Führung nur einmal in der Woche macht, hatte er auch Spaß an der Sache. Er war ein echter Glücksfall und für jede Frage offen. Unsere Gruppe bestand aus 6 Nationen und nur 13 Personen., alles ideal. Bis wir endlich in der Schlucht waren, dazu war ein Bustransfer, Fußmarsch und Sicherheitseinweisung nötig, hatte der Himmel seine Schleusen geschlossen.

Es werden hier am Tag über 1000 Leute durchgeschleust und fotografieren ist nicht so einfach. Alles ist sehr gut abgesichert, trotzdem bin ich nicht die Heldin die sich an den Rand stellt.

Eigentlich war der ursprüngliche Weg durch die Schlucht nur ein Nebenprodukt. Gebaut wurde ein Wasserkanal mit max 2,5% Gefälle der am Ende eine Fallhöhe von fast 200 Metern aufweist um Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Der ursprüngliche Weg war also ein Versorgungsweg und verfiel im Laufe der Zeit. Es gab immer wieder Todesopfer, sodass der Weg gesperrt wurde bzw. nur noch als Klettersteig nutzbar war und erst nach einer kompletten Sarnierung 2015 wieder eröffnet wurde.

Bahngleise führen auch durch die Schlucht. Wenn also jemand mal mit dem Zug von Sevilla nach Malaga fährt, kann er Teile sehen. Die meiste Zeit wird er aber durch Tunnel geführt.

Heute ist der Wasserkanal nicht mehr in Betrieb und das Wasser wird in Röhren die in den Felswänden versteckt sind geführt. Nur bei der ursprünglichen Brücke sieht man die Röhre. Die neue Brücke daneben ist als Hängebrücke ausgeführt. Mehr Infos wen es interessiert, bietet das Internet.

Zum Abschluss sind wir noch zu dritt plus Führer in ein etwas abgelegenes Restaurant gefahren , so bin ich auch noch zu einem super Essen gekommen.

Ein rundum schöner Ruhetag

Zum Abschluss einfach unkommentiert eine Bildersammlung

von Tarifa nach ...

13. Tag 21.2.25 bis nach El Chorro

Glücklicherweise hatte ich die Windrichtung richtig eingeschätzt und der aufkommende stürmische Wind blies über mich hinweg, er war nur zu hören. Trotzdem zog Nebel auf und ganz ungewohnt, brauchte ich heute die Regenhülle für den Rucksack und die Regenjacke. Das war auch das erste Mal bis jetzt während der ganzen Wanderung.

Ein wenig schade war das trübe Wetter, denn die Landschaft war spektakulär heute. 

Überall Wasserleitungen, vereinzelt stehen hier Ferienhäuserü
mit den Gänsegeiern, bestimmt 20 Stück, ab und zu auf gleicher Höhe
Der Blick in die Schlucht, in der ich morgen unterwegs sein werde

Diese Ausblicke gibt es nicht umsonst, ein Abstieg war angesagt. Das ist nicht meine Stärke und in diesem Fall war ich mal wieder froh nicht vorher gewusst zu haben was mich erwarten würde. Eigentlich war es gar nicht so wild, aber mancher Ausblick ließ mulmige Gefühle aufkommen. Oben ist ein riesiger Stausee um den der Weg herum verlief. Die Wasserkraft wird zur Energiegewinnung genutzt. Wenn der Stausee zu voll wird wird Wasser abgelassen, das dann spektakulär zu Tal stürzt. Der Abstieg führt teilweise an dem Wasserfall vorbei. Zur Zeit ist davon nichts zu sehen. Der Weg ist trotzdem spektakulär.

Das war so ein Moment

Von Ferne denkst du, wie soll es da rum gehen

Erst wenn man kurz davor steht, sieht man das ein Durchgang freigesprengt wurde

Nichts desto Trotz, war ich froh als ich im Tal angekommen bin. Dort kam ich mit einer 81 jährigen Münchnerin ins Gespräch die schon seit vielen Jahren in Andalusien wandert und auch früher schon Teile meines bisherigen Weges absolviert hat. Aber die Etappenlängen waren ihr teilweise zu lang, da für sie nur feste Unterkünfte in Frage kamen. Ich habe mein Zelt auf einem Campingplatz aufgestellt und werde morgen einen Ruhetag einlegen und nur eine Führung durch den berühmten Caminito del Rey unternehmen. Eigentlich wäre ich lieber am Ruhetag in einem Hotel, aber die hier sind mir echt zu teuer.

An dem hinteren Bogen und rechten Teil der Felswand führte der Weg zu Tal. Das habe ich im übrigen direkt vor Augen wenn ich meine Zelttüre öffne