Der letzte Wandertag war nochmals voller Überraschungen. Ja, es gibt immer noch neue Varianten.
Extra früh bin ich gestartet, ich wollte keinen Terminstress zwecks der Busfahrt nach Valencia haben. Anvisiert war 16.45 Uhr und ich hatte noch 18km vor mir.
Sollte gut machbar sein.
Mein Frühstück war auch gewöhnungsbedürftig, denn es gab Tomatensuppe mit Nudeln. Nachdem gestern kein Einkauf möglich war, war das das einzige was der Rucksack zu bieten hatte. Nur der Kaffee geht mir nicht so leicht aus, den gab es als Nachspeise mit den letzten Plätzchen.
Gleich am Anfang ein Abstieg ins Flusstal. Ich denke ich habe die Schäden des Hochwassers vom letzten Oktober vor Augen. Alles weggerissen, Wege nicht mehr da, tiefe Gräben wirklich unglaublich was da los gewesen sein muss. Vor allen Dingen wenn man sieht wie wenig Wasser jetzt fließt.



Ohne Handy mit der Route drauf, wäre ich hoffnungslos verloren gewesen. Letztendlich bin ich im Flussbett gegangen und musste dann die richtigen Seitenarme finden. Gut das so wenig Wasser im Moment fließt.
Seit gestern sehe ich im Sand immer wieder eine einzelne männliche Fußspur die vor nicht allzu langer Zeit in der Gegenrichtung unterwegs gewesen sein muss. Das war auch die Spur die mir in den Flussbetten begegnete und teilweise eine Hilfe war, wegen der richtigen Richtung. Allerdings ist er auch etliche Male rumgeirrt auf Suche nach dem besten Weg. Immer wieder waren auf einmal 2-3m tiefe Gräben oder Böschungen zu überwinden.
Das alles kostet viel Zeit. Aber ich war immer noch total entspannt. Zwei Berge waren noch dabei und der erste war wieder richtig gebirgsmässig. Da stand tatsächlich am Wegesrand ein Häuschen mit Tourenbuch. Das hier nicht viele unterwegs sind habe ich mir schon gedacht. Diese Jahr haben sich zehn Personen eingetragen und der mir mit seiner Spur entgegen kam war vor zwei Tagen da. Irgendwie haben wir uns trotzdem verpasst.


Nachdem der Berg überwunden war das nächste Flusstal. Das ist jetzt ein Rinnsal, das schon fast nicht mehr sichtbar ist.

Da ist es dann passiert, ich bin eine Erdböschung die unter mir wegbrach, auf dem Hosenboden runter gerutscht. Die Stöcke haben das Schlimmste verhindert und hauptsächlich war ich dreckig. Also Hose ausgezogen und im Rinnsal den Hosenboden und alles mögliche andere ausgewaschen. Wie ich alles nass wieder angezogen hatte, ist mir eingefallen, dass ich ja auch eine kurze Hose hätte anziehen können. Ich habe sie fast nie an, weil ich mich dermaßen oft durch kratziges Gebüsch kämpfen muss, da ist die lange Hose die bessere Wahl.



Selten war ich so froh den nächsten Anstieg zu sehen, denn auch hier war es schwierig den richtigen Weg zu finden.
Dieser war eher eine breite Forststrasse und es ging flott voran.

Und dann ist es immer wieder mal ein krasser Wechsel. Tage marschierst du völlig weg von jeder menschlichen Bebauung und dann stehst am Talwechsel und die Zivilisation in Form von Feldern, Autobahn und Verkehrslärm erschlägt dich fast.

Von hier aus waren es noch 5km und ich hatte noch 3h Zeit.
Mit viel Muße habe ich den Rest zurück gelegt, sogar an einem Bauernhof mit sehr lautstarken Hunden durfte ich vorbei, quasi als Erinnerung, denn seit einigen Tagen war in der Hinsicht ja Ruhe.
In der Bar in El Rebollar gönnte ich mir noch ein Festmahl.
Also auch der letzte Tag hatte was zu bieten, war aber ein würdiger Abschluss.
Die nächste Bergkette ging mich nichts mehr an und nach diesem Tag mit den Zerstörungen, wer weiß was da noch gekommen wäre.
Ich fahre wirklich zufrieden nach Hause, ohne den sonst üblichen Abschiedsschmerz, trotz der um zwei Wochen verkürzten Zeit. Es war jetzt einfach Zeit aufzuhören und es fühlt sich nicht nach aufgeben an.
Auch schön das mal erlebt zu haben.
Die Schuhe und die Brille haben durchgehalten.






Die Heimreise gestaltet sich langwierig, aber so ist genug Zeit das Seele und Körper zusammen heimkommen.
Morgen geht es mit dem Bus nach Barcelona. Übermorgen über Nacht mit Bus nach Paris, Züge waren ausgebucht und ab Paris dann mit dem Zug nach Hause wo ich Freitag Mittag eintreffen werde.
Wie immer gilt Neuigkeiten hier an dieser Stelle.









