Eigentlich sprach die Wettervorhersage von einem trockenen Tag, allein die Geräusche über mir auf meine Zeltplane vermitteln mir etwas anderes. Also beginnt der Tag mit Regen und der meldet sich immer mal wieder. Trotzdem wars ein schöner abwechslungsreicher Tag.
Sør-Fron kyrkje achteckig und aus Stein erbaut, eine Seltenheit das hätte ich gerne gehört
An einem aufgelassen Bauernhof weit oben am Hang, wurde ein schöner Rastplatz mit Bänken, Wasserstelle und kleinen Unterkunftshäuschen eingerichtet. Dort traf ich wieder auf die drei Miesbacher und später gesellten sich Lisa und Christine aus dem Allgäu dazu. Eine nettes Gespräch entwickelte sich und schnell ist eine Stunde vorbei.
Jeder hat so sein eigenes Tagesziel und so trennten sich unsere Wege wieder. Das ist das Schöne an solchen Strecken, man begegnet sich immer mal wieder und das beendete Gespräch wird einfach weiter geführt.
Weite Ausblicke waren auch wieder dabeiDie wollten micht nicht gerne vorbeilassen
Mein Ziel war heute ein Gapahuk, eine auf einer Seite offenen Hütte. Außen herum eine weite Wiesenfläche auf der gut Zelte aufgestellt werden können obwohl wir uns im recht steilen Hanggelände befinden. Eine Quelle ist auch in der Nähe, praktisch ein perfekter Übernachtungsplatz. Auch Lisa und Christine fanden sich noch ein, da eine von ihnen plötzlich Schmerzen an der Ferse bekam und an ein Weitergehen nicht zu denken war.
So habe ich einen Abend in netter Gesellschaft mit ausführlichen Gesprächen verbracht.
Heute morgen wecken mich die Vögel und kein Verkehrslärm. Die Mücken sind noch nicht wach, sodass ich recht entspannt frühstücken kann.
Als erstes komme ich zu einer der ältesten der noch 28 existierenden Stabkirchen Norwegens in der Nähe von Ringebu. Ein Teil der Kirche stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der ein oder andere Teil ergänzt. Ich war so früh da, das ich noch 45 Minuten Warzezeit überbrücken musste. Aber so konnte ich in aller Ruhe das Atmosphäre rundherum genießen, denn pünktlich zur Öffnung stand auch schon der erste Reisebus mit Deutschen vor der Tür. Sie hatten scheinbar einen straffen Zeitplan, denn nach einer Viertelstunde waren sie auch schon wieder weg. Schön für mich, denn jetzt hatte ich die Kirche eine Zeitlang für mich allein. Für Pilger ist der Eintritt auch noch kostenfrei, auch schön.
Alte Grabsteine die es wert sind aufgehoben zu werdenDie hier werden entsorgt
Der eigentliche Ort Ringebu liegt 4km entfernt und da gab es tatsächlich ein kleines Café. Da gehe ich natürlich nicht vorbei und so gabs die erste Zimtschnecke auf dieser Wanderung bestimmt 300gr schwer. Da war ich erst mal satt.
Das haben die Zentren der Umgebung so an sich, sie liegen im Tal. Erst geht es steil abwärts und mit vollem Magen natürlich schwer aufwärts und dann wieder den Hang entlang. Das verschafft immer wieder herrliche Ausblicke.
diesen Ausblick könnte es so auch in Österreich geben
Abwechslungsreiche Wege waren heute angesagt.
die Markierung ist wirklich aufwändig gestaltet der Anfang des WasserfallsTiefe Klamm
Kurz danach verschwindet die E6, die komplett Norwegen von Süd nach Nord durchzieht, in einem Tunnel und beinahe himmlische Ruhe kehrt ein. Denn das ist der Wermutstropfen im Gudbrandsdal. Der Verkehrslärm ist teilweise beträchtlich und begleitet einen fast immer, im besten Fall nur als Hintergrundrauschen.
Das hats zum Schluss auch noch für den letzten Kilometer gebraucht. Da dies die einzige Straße auf dieser Flußseite ist, war schon mehr los als sonst.
In Hundorp gibts ein Pilgerzentrum. Dort traf ich wieder auf drei Herren die mir schon am ersten Tag begegnet sind. Bei einer Tasse Kaffee erzählten sie mir dann, das zwei von ihnen in Traunstein groß geworden sind und jetzt in Miesbach leben. So klein ist die Welt manchmal.
Ein Engländer der jetzt in Alicante lebt, trudelte auch noch ein. Er ist in Trondheim gestartet und möchte auf Pilgerwegen durch Dänemark, Deutschland, Belgien und Frankreich bis Santiago gehen. Da wird er noch eine Zeitlang unterwegs sein.
Am Schluss habe ich noch einen Tipp für einen schönen Platz zum zelten erhalten und so bin ich am Ufer des Lagen gelandet. Das ist der Fluss der durch das Gudbrandsdal fließt. Inzwischen bläst ein kräftiger Wind, der hat dann auch die Mücken vertrieben und ich kann gemütlich am Ufer sitzen.
So klingt ein ein abwechslungsreicher Tag entspannt aus.