Ja, auch heute morgen begrüßte mich der Regen. Aber der Vorteil von einer Übernachtung in einer Hütte ist, man erfährt etwas über das Wetter, wo auf der Strecke Netzempfang möglich ist und eventuelle Besonderheiten. So lautete die gute Nachricht, der Regen wird bis zum Mittag aufhören und dann wird es kontinuierlich besser werden. So beschloss ich auch heute in einer Hütte zu schlafen und alles endgültig zu trocknen, denn in dem Trockenraum wude über Nacht eigentlich nichts trocken und ich musste in meine feuchten Socken, Schuhe und Regenhose schlüpfen. Was für ein Vergnügen!
Unterwegs gabs dann an der angegebenen Stelle tatsächlich Internetempfang und ich konnte mir einen Platz in der nächsten Hütte reservieren. Buchung und Bezahlung sind über die App des STF, des schwedischen Wanderverbands problemlos möglich.
Tatsächlich beschloss das Wetter der Vorhersage zu folgen und es hörte im Laufe des Vormittags das Regnen auf und die Sicht wurde besser.
Ein Schneehuhn tippelte für mindestens 500m vor mir her, der Gang schaute deutlich entspannter als bei mir aus. Zu diesem Zeitpunkt gings nämlich steil bergauf
Ansonsten gibts nicht viel zu berichten, alles entspannt und es waren keine größeren Schwierigkeiten zu überwinden. In der Hütte war ich heute die Erste und es vollzog sich gerade der Wechsel der Hüttenwirte. Zwei wirklich junge Mädchen übernehmen für den Rest der Saison, bis ca. Mitte September. Der alte Hüttenwirt war für 3 Monate in Innsbruck und so konnte ich mich auf deutsch mt ihm unterhalten, womit ich zu etlichen interessanten Informationen kam.
In das Tal rechts führt mein Weg morgen lang Wenn ihr genau schaut, unten im Tal ist meine heutige Übernachtungshütte zu sehen Der Wegweiser zur Hauseigenen BadestelleDas ist sie, nachdem das ein fließendes Gewässer ist, war das Wasser deutlich frischer als gestern der See Fließendes Wasser am Plumsklo, es steht ein Eimer mit Wasser und Schöpfkelle bereit und man schüttet etwas davon in die Konservenbüchse und kann bequem seine Hände waschen
Nachdem bei diesem Wetter viele die Übernachtung in einer Hütte bevorzugen, treffen im Laufe des Nachmittags viele bekannte Gesichter ein und die Unterhaltungen werden intensiver und mein Englisch wieder Wort für Wort besser.
Mit den genauen Ortsangaben gestaltet es sich teilweise schwierig. Nicht jedes Gewässer hat hier einen Namen und gestern stellte ich mein Zelt in der Nähe des südlichen Endes des Sees Tärnasjö auf. Die heutige Hütte liegt etwa mittig am Ufer des gleichen Sees.
Gestern hatte ich soweit Glück, das der Regen morgens beschloss es gut sein zu lassen. Das Zelt war zwar nass, aber mit dem extra Abbau des Innenzeltes konnte ich alles trocken verpacken und nur die äußere Plane wurde nass extra verpackt und außen am Rucksack verstaut. Es blieb bis zum Nachmittag trocken auch wenn der Himmel immer ausschaute als würde er seine Schleusen bald öffnen.
An die Entfernungen muss muss ich mich erst wieder gewöhnen, 6km lang war dieses TalAn dieser Hütte gabs kurz Internet und der Wetterbericht verhieß-ihr ahnt es sicher- RegenDurch diese Seenlandschaft führte der Weg, kaum vorstellbarNicht viel größer als ein Spatz, aber deutlich lautstärkerseltene Schönheit Trotz der vielen Verspannungen, schwingen die Brücken deutlich bei der Überquerung
Insgesamt waren nur 5 solcher Brücken und 2 kleine Stege nötig um das Tal zu queren. Kurz nach den Brücken fand ich ein Plätzchen mit festem Untergrund. Und stellte mein Außenzelt auf. Wenn ich das nass verpacken muss und es während des Tages trocken und windig ist, stelle ich mich damit in den Wind und lasse es ordentlich durchblasen und binnen 10 Minuten ist es trocken. Kaum hatte ich das aufgestellt begann es auch zu regnen und ich war erst mal froh und glücklich wieder rechtzeitig im Trockenen zu sitzen. Kurz bekam ich einen riesigen Schreck weil ich mein Innenzelt trotz intensiver Suche nicht fand. Völlig aufgelöst hockte ich zwar im Trockenen aber die wildesten Überlegungen jagten durch meinen Kopf. Nachdem ich dreimal alles umgeschichtet hatte, war es plötzlich doch da. Dann gabs natürlich gleich jede Menge Tränen der Erleichterung. Nach so einem Schreck brauchts Nervennahrung und die besteht bei mir aus etwas Süßem. Danach habe ich mir mein Reich eingerichtet und gekocht. Danach habe ich meinen Topf raus gestellt und wollte ihn später auswaschen. Das habe ich dann vergessen und in der Früh war er dann fast voll, was mich dann doch veranlasst hat mir die gefallene Regenmenge auszurechnen. Es hat sage und schreibe binnen 12h 95Liter/qm geregnet. Da hat es mich nicht gewundert, dass ein Teil meiner Zeltnähte dem nicht standgehalten haben und viele Tropfen und Wasserspuren außen auf dem Innenzelt am Morgen sichtbar waren. Das Kondenswasser tat sein Übriges und so war der Schlafsack leicht feucht. Alles andere hatte ich eh vorsorglich in meine wasserdichten Packsäcke verstaut.
Eigentlich wollte ich heute bis in die Nähe der übernächsten Hütte in 23km Entfernung gehen, aber die nachfolgenden Bilder zeigen euch die Wegeverhältnisse – Erinnerungen an Norwegen wurden übermächtig. Im strömenden Regen bin ich bloß 9km bis zur nächsten Hütte gegangen. Da war erst mal Hoffen auf ein Bett angesagt. Das stellt sich erst abends raus, denn die Internetverbindung der Hütte ist zusammengebrochen ist und es wird erst bis 19 Uhr gewartet um festzustellen wieviele Plätze vorgebucht wurden. Zur Not muss ich auf dem Küchenboden schlafen. Kurz nach mir kamen 3 Amerikaner denen es auch nicht anders ergeht. Bei diesem Wetter denken sich viele dasselbe und wollen ein festes Dach über dem Kopf, aber wenigstens sitze ich im Trockenen und heute Abend erwartet mich noch eine Sauna, also echter Luxus.
Nicht immer, aber zum größeren Teil sah der Weg so ausDas habe ich ja letztes Jahr schon erlebt, Angler lassen sich per Helikopter bis zur Hütte fliegen. Man beachte den Landeplatz. Die Holzgitter liegen in sumpfigen Untergrund. Bei der Ankunft dachte ich, das wären Sonnenterassen.
Aber gerade höre ich, das das Wetter besser werden soll, ab Donnerstag 17 Grad, laut den gerade eintreffenden Schweden fast zu heiß zum Wandern.