von Hemavan zum Nordkap

17. Tag 4.8.23

Von Tsielejakk nach Kvikkjokk

Ein kürzerer Tag, quasi ein halber Pausentag. Ein trüber Morgen, aber trocken. Gemütlich machte ich mich auf den Weg. Es waren nur 12km bis zum Ufer des Sees Sakkat. Unterwegs traf ich Mary aus Kanada und Elisa aus der Schweiz. Eigentlich hatten wir uns gestern Abend schon kurz bei ihrer Ankunft gesehen, aber jeder hat so sein Tempo in der Früh und so trafen wir uns auf der Strecke und beschlossen den Rest gemeinsam zu wandern.

Blattaustrieb eines niedrigen Strauches
Der erste Blick ins Tal

Am See angekommen hatten wir noch 2h Wartezeit bis zur Überfahrt zu überbrücken. Wir haben alle das gleiche Ziel, nämlich in der Fjällstation zu übernachten und endlich mal duschen. Die Überfahrt fand dann mal wieder bei etwas Regen statt. In Kvikkjokk an der Fjällstation mussten wir leider erfahren, dass sie ausgebucht sind und wir auf einer Warteliste aufgenommen werden. Ein 4 Bett Zimmer wird bis 18.15 Uhr vorgehalten für Leute die mit dem Bus kommen und evtl reserviert haben, was sie in ihrem System nicht sehen können. In dieser Saison wurde das Zimmer noch nie in Anspruch genommen, also hoffen wir mal. Ansonsten dürfen wir hier kochen und haben uns alle ein paar Köstlichkeiten im angegliederten Shop genehmigt die Abwechslung vom täglichen Speiseplan bieten. Jetzt verbringen wir die Wartezeit im Aufenthaltsraum.

der Blick aus dem Fenster des Aufenthaltsraumes, der Fluss ist extrem laut

Einen kurzen Gang zur Sehenswürdigkeit, der Kirche, unternahmen wir auch, war aber schnell erledigt.

Glockenturm
Kirche

Für Mary geht es morgen über den Padtjelantaweg und Elisa und ich nehmen den Kungsleden nach Abisko.

Tatsächlich hat es mit dem Zimmer geklappt und ein Ftühstücksbuffet genießen wir morgen früh auch noch.

Echter Luxus für Wanderer!

von Hemavan zum Nordkap

15./16. Tag 2./3.8.23

Vom Fuße des Båråk bis Tsielejakk

Was für zwei Tage. Gestern nur strömender Regen gepaart, vor allem dann auf dem Berg mit pfeifendem  Wind. Die Sicht war am Anfang noch gegeben. Die feuchte Kleidung anziehen war halb so schlimm. Nach fünf Minuten war ich trotzdem warm. Das es nur bergauf ging half sicherlich dazu.

der Blick zurück
Voraus, ihr seht der Dunst naht

Nach einer Stunde setzte der Regen ein und ab da war die Sicht nicht mehr als 50m. Ist ein komisches Gefühl wenn man rein gar nichts sieht. Laut Karte weiß  ich das die Aussicht gespickt mit hohen Bergen traumhaft sein muss, leider habe ich heute nichts davon. Ohne Pause marschiere ich die 22km. Stehen bleiben war nicht, da hat mich sofort gefroren. Zum Trinken musste ich mich schon zwingen. Mehr Bilder gibts auch nicht. Leider gab es keine Notfallhütte am Ziel,  da hatte ich falsch gelesen. Ja, da bleibt einem dann auch nichts anderes übrig als das nasse Zelt im Regen aufzustellen

Es will gut überlegt sein in welcher Reihenfolge was zu erledigen ist.  Denn es soll ja möglichst keine nassen Sachen ganz nach innen gelangen. Eigentlich war ja alles tropfnass was ich anhatte einschließlich dem Rucksack. Also habe ich meinen Innenraum so verkleinert das alles Nasse in der Apsis Platz zum Liegen bekam.  In einer kurzen Regenpause schaffte ich es sogar mir was zu kochen und dann passt ja auch alles.

Na ja und heute morgen, da tendiert die Lust aus dem warmen Schlafsack zu kriechen gegen Null. Natürlich wird nach zwei Tagen Dauerregen auch alles klamm und das Zelt hält nicht mehr komplett dicht. Hauptsächlich am Fußende tropfte das Wasser ins Innenzelt.  Wenn es schon sein muss,  dann ist das schon der beste Platz dafür. Irgendwann kam ich doch in die Gänge und tatsächlich gabs eine kurze Regenpause, was den Zeltabbau doch sehr erleichterte. Abends kamen noch zwei Schweden an, die auch am Tag vorher schon mit mir an der Brücke gezeltet hatten.  Ursprünglich wollten sie noch 10km weiter gehen hatten allerdings die Bedingungen deutlich unterschätzt und so waren wir wieder zusammen am gleichen Platz. Heute stürmte der Wind in Böjen schon im Tal, ein wenig grauste mir da schon wie es wohl oben am Berg sein würde.

Der See am Übernachtungsplatz
das Gelände nicht leicht zu gehen,  sehr rutschig

der Regen hörte tatsächlich auf, das machte allerdings keinen Unterschied.  Oft musste ich mich durch ein wahres Birkendickicht quetschen, alles tropfnass versteht sich.

Zumindest war es bis weit oben nicht dunstig, wie gestern.

der Blick von der anderen Talseite aus und ihr erkennt,  der obere Teil des Berges liegt im Dunst.

An der rechten Seite führte  mein Weg vorbei.  Das war dann echt hart. Der stürmische Wind trieb sämtliche Wolken an den Berg, wo sie sich dann abregneten und das bei einem Wind bei dem ich zu Hause nicht vor die Tür gehen würde.  Der steile Anstieg sorgte zumindest dafür das mir nicht kalt wurde. War eine echte Herausforderung.

  Mitten drin dann ein Blick ins Tal, da waren schließlich keine Wolken

Irgendwann gehts auch wieder abwärts und zumindest der Regen hört auf und die Landschaft wird sichtbar.  Eigentlich soll dieser Teil des Kungsleden der wildeste und schönste und auch der am wenigsten frequentierte sein. Es gibt hier für 4 Tage keine Hütten,  ohne Zelt kann der Teil nicht begangen werden. Leider sehe ich nur Teile davon. Aber schon der Nachmittag entschädigt für die Mühen und ich bin dankbar das mir diese Wanderungen gesundheitlich möglich und ermöglicht werden. Ich kann nur sagen,  für mich ist es trotz vieler Widrigkeiten aller Mühen wert. Ich will es nicht anders.

schätzungsweise 50m lang  direkt daneben liegt mein Zeltplatz
Ausblick vom Zelt
Wolkenschauspiele

Der Wind weht immer noch und inzwischen sind alle Sachen trocken und ich genieße den phänomenalen Wolkenhimmel. Unbezahlbar!