von Hemavan zum Nordkap

41. Tag 28.8.23

Bis nach Lullehiidjokka

Die Sonne lässt sich heute kaum blicken und es bläst ein eisiger Wind, aber immer noch trocken.

der Pfad ins Tal ist weithin sichtbar
viele matschige Stellen
da bin ich tatsächlich trockenen Fussess rüber gekommen

Der Weg führte aus dem Reisa Nationalpark raus und noch lange an der Grenze entlang. Mitten im Nirgendwo ein Umspannwerk.

der See Raisjavri

In der Nähe des Sees dann ein Schild mit dem Hinweis für Wanderer, Kautokeino 38km, was mich stutzen lässt, denn nach meiner Routenplanung sind es noch 58km. Darum hatte ich mir die Etappen ja mit 23km gleichmäßig eingeteilt. Also habe ich mir einen windgeschützten Platz gesucht und noch die Karte studiert. Zu meiner Routenplanung über Komoot, benutze ich auch Topo GPS, eine App mit topographischer Landkarte die eine super Auflösung bietet. Nach einigen Überlegungen, auch mit dem Wissen, dass der letzte Wetterbericht den ich vor 4 Tagen sehen konnte, für morgen Regen vorhergesagt hatte, beschloss ich eine Änderung. Ich wollte versuchen 5km mehr, also 28km, zu schaffen und dann morgen mit 30km und einer Abkürzung über die Straße, schon einen Tag eher in Kautokeino ankommen. Die Aussicht nach mehr als einer Woche nur im Zelt, meist mit kaltem Essen, denn die Gaskartusche wollte nur manchmal Gas liefern, verleiht mir praktisch Flügel. Etliche Matschstellen und Flussquerungen habe ich trockenen Fusses überstanden, die fast Letzte halt nicht, da versenkte ich meine Beine bis Mitte der Waden.

Das war dann tiefer als gedacht
das schaut dann so aus

Ich war extrem verärgert über mich, denn da schwappt jetzt das Wasser im Schuh und es ist klar das bleibt bis Kautokeino so. Der Himmel zog auch immer mehr zu, aber ich war mir doch recht sicher, dass der Regen erst nachts einsetzen würde.

die Farben werden herbstlich
heute richtig viele Rentiere

Tatsächlich habe ich die 28km geschafft und einen guten Platz gefunden. Es muss immer fließendes Wasser in der Nähe geben.

Es gibt sogar warmes Essen und ich mache gleich die doppelte Portion, gleich für morgen mit. Denn einmal mit kochendem Wasser übergossenes Essen schmeckt besser als nur stundenlang in kaltem Wasser Eingeweichtes. Obwohl ich geschafft bin, stellt sich schon die Vorfreude auf morgen ein.

von Hemavan zum Nordkap

40. Tag 27.8.23

Vom Reisatal bis zum Berg Gaskkascohkka

Ein paar Eindrücke des Flusstals, einfach schön und für mich auch ein bisschen unglaublich eine sehr ähnliche Vegetation wie in Süddeutschland, im hohen Norden vorzufinden und das noch in dieser Üppigkeit.

Wasserfall Mollisfossen, die Felsen sind 450 Meter hoch, das ermöglicht eine Vorstellung der gewaltigen Dimensionen, der obere Teil liegt leider im Dunst

Da die Berge so hoch sind, erreicht die Sonne spät den Grund, wunderschöne Lichtspiele der Sonnenstrahlen.

Nach insgesamt 30km (heute nur 17 km, der Rest gestern) den Weg bahnend auf schmalsten Pfaden, oft hoch über dem Fluss, dann haarscharf am Ufer entlang, balancierend über Felsen erreiche ich die Nedrefoshytta. Dort sehe die einzigen 2 Menschen und ihren Hund am heutigen Tag. Ich mache Mittag und dann gehts über die Hängebrücke und nachdem gegenüber nur eine Felswand ist, kostet es mich einige Überwindung auf dem rutschigen zerbröselnden Felsenschotter, entlang zu gehen. In diesem Fall, habe ich immer laut vor mich hin gesagt: „Ich hasse es…“. Irgendwie hat mir das geholfen, nicht an die Angst vorm Fallen zu denken, solche Stellen sind einfach nichts für mich. Eine Alternative gibts nicht, also muss ich da durch. Später gab es nochmal so eine längere Stelle, aber die hatte eine Seilsicherung und nach unten waren Bäume da ist für mich schon deutlich leichter zu bewältigen.

Ich habe jetzt Hängebrücken in drei Ländern erlebt. Eindeutiges Fazit, die Norweger haben die geringsten Sicherheitsanforderungen, manche sind grenzwertig in der Überschreitung
längst nicht mehr so steil abfallend, trotzdem bin ich froh um das Seil, die Verankerungen sind im übrigen nicht mehr fest

Tatsächlich genieße ich den sanften Aufstieg auf das Fjäll und ein strahlend blauer Himmel begleitet mich durch den Tag.

Abends finde ich an einem kleinen Fluss, eigentlich mitten im Feuchtgebiet, eine trockenes Plätzchen für das Zelt und nehme ein Bad im eiskalten Nass. Langsam werde ich immer besser im Karten lesen, denn diese Stelle hatte ich im Vorfeld als möglichen Übernachtungsplatz in Erwägung gezogen. Bin dann doch überrascht wenn es so kommt.