Camino del norte

17. Tag 20.4.23

von Boo de Pilago über Requejada nach Bilbao

Ja, liebe Leser ihr seht richtig. Wir sind wieder in Bilbao. Nicht freiwillig, auch wenn diese Stadt auf jeden Fall einen weiteren Besuch wert ist. Gestern beim check in in unserer Herberge bemerkte Alfons, daß er seinen Personalausweis nicht findet. Auch eine ausgiebige Suche in sämtlichen Taschen und ein Anruf in der letzten Unterkunft brachte ihn nicht mehr zum Vorschein. So brachen wir erst mal wie geplant auf. Eine Station mit dem Zug, denn die Brücke über den Fluss ist für Fußgänger gesperrt. Manche laufen trotzdem neben den Bahngleisen auf dem schmalen Steg, aber das war uns zu gefährlich und die fehlenden 2km Fußweg verschmerzen wir leicht, wie im übrigen auch die anderen Wanderer unserer Unterkunft. Danach machten wir uns auf den Fußmarsch nach Requejada. Unterwegs informierte sich Alfons telefonisch beim Honorarkonsul in Bilbao. Die Aussage war, wir brauchen eine polizeiliche Verlustbestätigung, 2 Passbilder und müssen persönlich erscheinen. Dann wird ein Ersatzausweis erstellt.

Eine spannende Rückreise begann. Erst mal in den Zug nach Santander. Ticket konnten wir online keins buchen und Automat gab es auch keinen. Schwarzfahren ist für mich eigentlich keine Option und dementsprechend saß ich mit äußerst ungutem Gefühl im Zug. Im Bahnhof von Santader gabs dann Sperren, die sich nur mit gültigem Fahrschein öffneten. Es standen Automaten bereit und nachdem wir einigermaßen hilflos rumstanden kam eine Servicemitarbeiterin und war uns behilflich. Sie bestätigte das das Ticket buchen in diesem Fall äußerst schwierig ist. Danach konnten wir noch online das Busticket nach Bilbao buchen. Insgesamt also 120km zurück und für 22,90€ zu zweit auch günstig. Auch den richtigen Abfahrtsort dort zu finden war spannend. Ein Teil des Busbahnhofes ist unterirdisch angelegt. Ab und zu findet man hilfreiche Mitarbeiter und in einer Mischung aus Spanisch und Englisch klappte die Verständigung schon einigermaßen. In Bilbao waren wir dann auf der Polizei und beim Fotografen.

30 Abfahrtsbuchten unterirdisch

Danach ins Hostel mitten in der Altstadt in der wir am Abend noch einen Bummel unternahmen. Ein unglaubliches Leben in allen Straßen.

Jetzt hoffen wir mal das morgen im Konsulat auch alles klappt und wir es wieder mit Zug und Bus zurück schaffen. Schauen wir mal wie weit wir kommen. Das sind nachher beim Erzählen die Abenteuergeschichten, währenddessen machen sie nicht so viel Spaß.

Camino del norte

16. Tag 19.4.23

von Langre nach Boo de Pielagos

Der schönste Abschnitt erwartet uns gleich die ersten 7km, danach ist es für lange Zeit eine laute Angelegenheit entlang von Hauptverkehrsadern einer Großstadt. Der Anfang führte uns gleich zur Küste an der wir bis Somo wanderten.  Hier ein paar Bilder dieses Abschnittes.

In Somo war dann eine Bootsfahrt nach Santander nötig. Zu diesem Zeitpunkt war Ebbe und wir wurden mit einem Kleinbus zur Anlegestelle chauffiert.

Beeindruckend das Gebäude steht nur auf ein paar Stelzen

Die nächsten 10 km waren dem Laufen entlang der Ausfallstraßen von Santander vorbehalten. Laut und Abgasbelastet gings durch die Stadt einschließlich der obligatorischen Gewerbegebiete am Ortstrand. Auch das war dann geschafft und wir landeten in einer privaten Pilgerherberge. Nett eingerichtet, richtig zum Wohlfühlen. Nationalitäten sind heute viele vertreten und es herrscht ein buntes Sprachgewirr am Tisch beim Essen.

So Blumentopffiguren wie sie hier auf den Fensterbrettern sitzen, haben mich an längst vergangene Zeiten im Bastelladen erinnert . Die müssten vor ca 20 Jahren im Trend gewesen sein.