Europ. Fernwanderweg E1

61. Tag von Mühlhausen nach Gochsheim und weiter nach Unteröwisheim

Der Tag der Gespräche, begann mit einer ausführlichen Unterhaltung mit meiner Zimmerwirtin beim Frühstück. Schon nach fünf Kilometer in Östringen konnte ich in einem Café einen Espresso ergattern. Dabei wurde ich von einem Herrn wegen meines Rucksackes angesprochen. Er war vor einigen Jahren auch mal auf diesem Weg unterwegs und so verging die nächste Stunde mit einer angeregten Unterhaltung.

Danach wurde es Zeit auch mal vorwärts zu kommen.

Die Südhänge werden teilweise zum Weinbau genutzt.

Der Blick zurück nach Östringen und dem Odenwald.

Dieses Weingut mit Obstanbau erinnert schon sehr an Südtirol.

Weitere Landschaftsbilder

Der Himmel verfinsterte sich zusehends, aber kein Tropfen fiel.

Das gibt es noch. Weiße und blsue Kornblumen, Mohn und wie Möhre am Wegesrand.

Ich kam durch einige Hohlwege durch. Teilweise mit 6 – 8 Meter hohen sandigen Steilwänden. Sie entstanden durch Lössablagerungen. Der Wind weht vom Rhein den Löss heran und durch die jahrhundertelange Nutzung der selben Routen in diesem weichen Boden, entstehen diese tiefen Wege.

So gelangte ich nach Gonsheim auf das dortige Schloß. Das Schloßfest ging wegen dem deutschen WM Spiel bereits auf das Ende zu. Aber ich ergatterte noch einen Flammkuchen vom mobilen Bäcker und ein Schluck Riesling vom örtlichen Winzer, der musste sein.

Beim Essen kam ich mit einer Frendenführerin ins Gespräch. Es stellte sich heraus, daß sie aus dem Ort war, den ich mit der Stadtbahn erreichen wollte. In Gonsheim selber waren alle Quartiere ausgebucht und der Weg zu Fuß nach Unterröwisheim zu weit. Ihr Angebot mich im Auto mitzunehmen nahm ich gerne an. So bekam ich auf der Fahrt noch eine Führung und weiß jetzt, was ich mir morgen auf meinem Weg noch ansehen werde. Ich habe da genug Zeit, denn der Weg nach Bretten ist recht kurz.

In Unteröwisheim veranstaltete der örtliche Musikverein in der Scheune direkt neben meiner Unterkunft ein Public Viewing. So kam ich zu meinem ersten öffentlichen fernsehen eines deutschen Länderspiels. Nun ja, es hätte erfreulicher enden können. Eigentlich wollte ich dem WM Trubel ja entkommen, aber hier auf diesem kleinen Dorf war es ganz nett und natürlich hatte ich jede Menge Unterhaltungen.

Europ. Fernwanderweg E1

60. Tag von Ziegelhausen nach Mühlhausen

Jeder Urlaub hat einmal ein Ende umd so bin ich ab heute wieder allein unterwegs.

Vom Neckar aus ging es noch steil bergauf. Aber der Odenwald läuft hier aus, die Landschaft wird flacher und das Kraichtal beginnt.

Der örtliche Wanderverein dokumentiert das mit einem Steinblock und einer Hütte die den Wanderern des europäischen Wanderweges gewidmet ist.

Eine willkommene schattige Raststelle in der Mittagshitze.

Eine solch übersichtliche Tafel ist mir bis jetzt noch nicht begegnet.

Danach erlebe ich die erste ausgeschilderte Umleitung für Wanderer. Sie wurde wirklich gut markiert und es gab keine Probleme.

Ich marschiere an mehreren Weinbergen vorbei, hinab nach Mühlhausen das nur noch auf 110 Metern über dem Meeresspiegel liegt.

Zwei Monate sind vorbei, ich kann es fast nicht glauben.

Nachdem mich so viele Fragen dazu erreichen, hier mal ein Wort zum üblichen Tagesablauf.

Ich stelle keinen Wecker werde aber immer so gegen sechs Uhr wach. Wenn ich Internet habe, was beileibe nicht immer so ist, checke ich das Wetter und die heutige Etappe. Morgendliche Wäsche, danach alles einpacken und ausgiebig frühstücken.

So zwischen acht und halbneun breche ich auf. Die Tagesetappen sind gewöhnlich zwischen 24 – 30 km lang, manchmal mehr, selten weniger.

Ich lasse mir Zeit, mache unterwegs Pausen, versuche irgendwo einzukehren. Da ich selten durch Ortschaften wandere und die meist nicht groß sind, muss ich genug einpacken, einkaufen ist seltenst möglich.

So komme ich zwischen 15 -17 Uhr an. Beziehe mein Zimmer räume das Meiste aus dem Rucksack. Danach wasche ich im Handwaschbecken meine Bluse, Unterwäsche und die Socken. Wenn ich eine lange Hose trage, dann wird diese nur unten an den Beinen gewaschen . Ansonsten wird die nicht jeden Tag ausgewaschen. Wenn die Möglichkeiten zum Aufhängen nicht reichen, ich habe auch eine Schnur dabei. Die spanne ich dann auf und hänge die Sachen darüber. Bis zum nächsten Morgen ist alles trocken.

Eine lange Dusche ist der wahre Genuss nach einem langen Wandertag. Danach danke ich meinen Füßen, das sie mich jeden Tag tragen, mit einer ausgiebigen Massage und dem obligatorischen Dehnen.

Ein wenig Ausruhen und mit meinem Mann telefonieren. Danach nochmal in die Wanderschuhe schlüpfen, das ist oft eine echte Überwindung und den Zielort besichtigen.

Wenn Einkaufsmöglichkeiten vorhanden sind, leider ganz selten, wird für eine Brotzeit eingekauft. Ansonsten gehe ich essen und unterhalte mich wenn möglich.

Der Tag klingt aus mit dem Reiseblog schreiben. Revue passieren lassen, die Fotos durchschauen und alles in kurze Sätze fassen das ist inzwischen zu einem geschätzten Ritual geworden. Ich schreibe und fotographiere alles mit dem Smartphone das braucht seine Zeit.

Danach kümmere ich mich um die nächsten ein oder zwei Tage, organisiere Unterkünfte. Abends, bei der Ankunft zu wissen wo ich schlafen kann ist mir am Liebsten. In einer großen Stadt gehe ich schon mal in die Tourist Information und lasse mir dort weiterhelfen doch das ist selten.

Die Reihenfolge ist nicht immer genau so, aber im Großen und Ganzen bleibt sie gleich.