von Tarifa nach ...

57. Tag 6.4.25 bis fast auf den Gipfel des Picaya

Wieder ein wunderschöner aber auch denkwürdiger Tag.

Nach einer ruhigen Nacht begann der Tag mit Sonnenschein. Bald kam ich in das Tal des Flusses Júcar, das dürfte mit zu den spektakulärsten Teilen meiner Wanderung gehören.

Es war auf jeden Fall anstrengend und wunderschön . Bis auf eine größere Wandergruppe war niemand unterwegs.

Mittags kam ich dann in Cortes de Pallas an. Ein sehr kleiner touristisch geprägter Ort. Da hat der Espresso dann schon deutlich mehr gekostet als sonst. Auf der Karte hatte ich dann schon gesehen, dass ich den Fluss über eine Brücke queren muss und es dann weiter auf der Straße geht. Aber mir ist das Herz dann doch fast stehen geblieben als ich die Realität gesehen habe.

Lapidares Schild, die Straße war kaum so breit, dass zwei Autos aneinander vorbei kamen

Hier sieht man es nicht so gut, aber als ich gemerkt habe, dass ich auch noch durch einen Tunnel muss, wars vorbei. Ich wollte schon umdrehen und im Restaurant nachfragen ob ich ein Taxi bestellen kann. Ich habe zum zweiten Mal in meinem Leben den Daumen hochgehalten. Gleich das erste Auto hielt, bzw ich habe schon gemerkt das es wieder weiter fahren wollte. So schnell ich konnte, das geht auch mit Rucksack wenn es sein muss, lief ich hin. Eine junge Frau, das Auto eigentlich voll besetzt mit vier Kindern, ließ mich nach kurzer Erklärung einsteigen und der Junge stellte sich hinten zwischen die Sitze. Sie erzählte mir dann, das sie das erste Mal eine Anhalterin mitnimmt, aber ich hätte so verzweifelt ausgesehen das sie angehalten hat. Sie wollte mich so weit fahren wie ich wollte, aber ich hatte schon ein schlechtes Gewissen wegen dem Kind das hinten stand. Einmal scharf bremsen und das wäre es gewesen. Deshalb habe ich bei erster Möglichkeit eines Stopps, was eh erst 4km später an der engen Passstraße war, gebeten. In der kurzen Zeit habe ich erfahren, dass sie seit 5 Monaten Witwe ist und allein mit ihren vier Kindern, wo das älteste etwa7-8 Jahre alt ist, lebt. In der kurzen Zeit haben wir uns wirklich viel erzählt.

Danach war mal wieder bergsteigen angesagt.

Rückblick, von der Seite bin ich gekommen

Die Summe der Erlebnisse heute, hat dann die Entscheidung die ich schon seit zwei Tagen vor mir herschiebe, ganz leicht werden lassen. In zwei Tagen komme ich an einen Ort von dem aus eine Heimreise ganz gut möglich ist.

Meine physische und vor allem mentale Fitness geht zu Ende. Meine Schuhsohlen lösen sich auch schon ab. Bevor ich mich noch überlaste und eventuell verletze, denn in nächster Zeit käme ein Berg nach dem anderen, ist das jetzt der richtige Zeitpunkt um aufzuhören.

von Tarifa nach ...

56. Tag 5.4.25 bis zum Fuße des Berges Puntal de la Fuente Sácaras

Ein warmer, windiger Tag, schön zum Wandern. Gestern Abend hat es noch ein Gewitter gegeben, da war das feste Dach über dem Kopf grad richtig.

Hinaus aus Ayora leider auf Teer, aber praktisch keine Autos. Als erstes kam ich in den Ort Zarra. Hier sieht man deutlich, die Kommune bemüht sich um ein schönes Ortsbild. Eine Künstlerin wohnt auch am Ort, schon gibt es einen Camino del Arte und einige Hsusgassaden sind mit Gemälden großer Meister geschmückt.

Nur 6 km weiter kommt der Ort Jarafúel, an dem laufe ich allerdings vorbei, ich habe alles für heute und morgen. Ich durchquere wieder mal eine interessante Landschaft. Vor allem die Farbe der Erde und Felsen beeindrucken. So viele verschiedene Farbtöne direkt nebeneinander. Auch die Form der Hügel, sehr ungewöhnlich.

Jarafuel

Dann geht es wieder über einen Berg ins nächste Tal. Dort treffe ich auch wieder auf meine Originalroute.

Auf dem Weg nach oben, tolle Aussicht
Weit oben wieder Terrassen, früher haben sie auch die entlegensten Ecken bewirtschaftet

Jetzt befinde ich mich bestimmt in einen Tal das vor sehr sehr langer Zeit mal ein Flusstal war. Links und rechts ragen bizarre Felsformationen in die Höhe.

Mit dem Zeltplatz war es gar nicht so einfach, alles extrem steinig. Jetzt stehe ich zwischen niedrigen Sträuchern und derBoden ist nur quasi mit Schotter bedeckt. Große Steine beschweren meine Heringe, die konnte ich teilweise nicht weit in den Boden zu versenken .

Der besagte Berg von der Abendsonne angestrahlt. Man wird es auf dem Bild nicht erkennen, aber es kreisen bestimmt 20 Gänsegeier am Himmel