von Tarifa nach ...

53. Tag 2.4.25 bis Camping Los Botijos

Wieder mal ein ganz spezieller Tag. Ich habe mir für den Abschnitt durch die Provinz Valencia einen Routenvorschlag vom Tourismusverband runtergeladen.

Tja, die hatten für heute mehrere fragwürdige Vorschläge. Der Start, heute alles bei bewölktem Himmel, führte sehr bald mal durch Gestrüpp und war teilweise nur mit dem Handy in der Hand auffindbar. Ein paar sehr verblasste, teilweise übermalte Markierungen hätten mich dann doch stutzig machen sollen. Ich kam irgendwann an ein Gehöft. Dort waren drei Männer am arbeiten, die dann als sie mich entdeckten etwas ungehalten brüllten. Da bleibt einem ja nichts anderes übrig als direkt auf sie zuzugehen. Da kommt der Faktor Frau wieder mal ins Spiel, ab und zu ist das ein echter Vorteil. Einer von ihnen fragte dann ob ich auf dem GR7 unterwegs bin und damit war die Sache erledigt. Super nett erklärten sie mir, dass das eine ehemalige Route ist, boten mir gleich mal eine 1,5l Flasche Wasser zum Mitnehmen an und schauten sich mit mir auf dem Handy den Plan an. Ganz freundlich geleiteten sie mich durch zwei Tore und meinten dann ich müsse nur die Felswand hochklettern, Oben würde ich auch Wegweiser finden und ab da wäre es dann auch ganz leicht.

Beeindruckend sah sie schon aus, aber ich dachte, wenn das die frühere Route war, wirds schon gehen. Ich bin hochgekommen, man könnte sagen es war spannend, anstrengend und ein zweites Mal würde ich es nicht mehr gerne machen.

auf allen vieren unten durch
das Gehöft von oben

Ab da waren dann viele Forststraßen zu gehen. Nach den anstrengenden letzten zwei Tagen war mir das sogar willkommen, einfach mal entspannen.

Hätte wegen mir auch so bleiben können. Als Ziel war ein Campingplatz mit Restaurant angegeben. Was einem da so durch den Kopf bezüglich der erwartbaren Annehmlichkeiten geht, ihr könnt es euch bestimmt vorstellen. Allerdings war vorher wieder mal ein Abstieg der Extraklasse zu bewältigen. Im Routenplaner steht als Schwierigkeit T1, also nicht schwierig. Zweimal saß ich recht verzweifelt, heißt ein paar Tränen vergießend auf einem Felsabsatz und sah hinab auf schier unüberwindbare Höhen. Beide Male habe ich es dann doch irgendwie geschafft. Für diesen einen Kilometer habe ich dann wieder mehr als eine Stunde gebraucht.

ein kleiner Ausschnitt von besagter Felswand

Voller Vorfreude dann den letzten Kilometer zum Campingplatz. Hier sind sie alternativ unterwegs. 10€ ist nicht teuer dachte ich am Anfang.

Dann

Jede Menge Tiere dürfen hier frei laufen Esel und Ziegen die halten wenigstens Abstand

Mit der Katze hatte ich irgendwann eine Auseinandersetzung, ständig wollte sie in mein Zelt, krabbelte unter der äußeren Zeltplane durch um dann zwischen Innen- und Außenzelt festzustecken. Das alles hat überraschenderweise keinen Schaden angerichtet.

Restaurant jetzt noch nicht geöffnet

Einziger Gast bin ich

Es gibt grundsätzlich kein warmes Wasser

Putzen der Sanitäranlagen, jetzt auf jeden Fall noch nicht

Klopapier muss man vom Vorraum mit auf das Toilettenkämmerchen nehmen, merkt man erst zu spät, aber da ist es dann ein riesen Vorteil wenn man der einzige Gast ist

Vorteile

frisches Quellwasser

Ich konnte meinen Platz frei wählen

keine Hunde die abends frei rumlaufen, geben tut es mehrere , einer hat mich sogar freundlich begrüßt, sowas gibt es tatsächlich

die auf Campingplätzen übliche Festbeleuchtung fehlt, super wenn man eine Stirnlampe dabei hat und den Weg zur Toilette trotzdem findet

Bank und Tisch neben dem Zelt, habe ich allerdings nicht benutzt, der Wind war mir zu kalt nach der erfrischenden Dusche

Ich glaube ich hab nichts vergessen, höchstens das 10€ für diesen Platz angemessen sind, ist etwas zweifelhaft

Allerdings gutes Wasser im Überfluss, fast unbezahlbar, denn auch wegen des Nachschubs bin ich hier gelandet

2 Gedanken zu „53. Tag 2.4.25 bis Camping Los Botijos“

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