von Tarifa nach ...

43. Tag 23.3.25 bis Los Banos

Der Tag beginnt zwar kalt aber mit weißblauem Himmel und einem im Vergleich zu den letzten beiden Tagen, lauen Lüftchen. Wie ich einer weiteren Infotafel entnehmen kann, ist dieses Gebiet, in dem ich seit zwei Tagen unterwegs bin, tatsächlich eine der wenigen natürlichen Wüsten Europas.

Der Ausblick von Plateau beim Turm

ganz hinten an der Kante ist das Ende der Wüste erreicht
da geht es dann auch erst mal wieder runter

Da unten fühle ich mich gar nicht so wohl. Man kommt sich vor wie in einem Labyrinth. Ohne Sonne weiß man gar nicht in welcher Richtung man unterwegs ist und hat auf dem Weg der sich zwischen den hohen Bergen dahinschlängelt kein Gefühl für den momentanen Standort.

Erst wie es nach einer guten Stunde wieder raufgeht bin ich überrascht wie weit ich gekommen bin. Ich kann den Turm von vorhin noch gut erkennen.

Ist wahrscheinlich auf dem Bild nicht zu erkennen
auch den Speichersee an dem ich unten lang gelaufen bin, sehe ich erst jetzt
mitten im Nirgendwo eine Wallfahrtskirche mit 25 unterirdischen Räumen
das Ende der Wüste kommt endlich näher

Das letzte Bild des Tages, am frühen Nachmittag komme ich in Benalua an und möchte mir einen Kaffee genehmigen, aber die Maschine ist defekt. Erst im nächsten Ort klappt es dann. Ab da regnet es dann in Strömen, es schüttet regelrecht. Mit soviel Regen hatte ich nach der Vorhersage gar nicht gerechnet und nach einiger Zeit war mir klar, mit dem Zelten wird das nichts mehr. Für diese Sturzflut bin ich nicht ausgerüstet. Unter der Autobahnunterführung habe ich dann nach einem Hotel in der Nähe gesucht. Der Touchscreen vom Handy mag bei der Nässe auch nicht ohne Probleme und es war mit der Bedienung gar nicht so leicht. Eigentlich hat die Entfernung von nur noch 5km und der günstigste Preis den Ausschlag gegeben und ich habe gebucht. Es hat so gegossen, dass ich nicht mehr dauernd auf das Display schauen konnte und so habe ich erstmals die Navigation eingeschaltet. Völlig durchnässt kam ich dann an, mittlerweile im Schneetreiben. Erstmal bin ich sogar vorbei gelaufen, das Navi war da überfordert, weil ich das edle 4* Hotel ohne Namen, er war nirgends angeschrieben, gar nicht als mein Ziel erkannte. Naja, irgendwann habe ich es dann schon noch gemerkt und bin in die riesige Lobby tropfend einmaschiert. Der Herr am Empfang trugs mit Fassung und bemitleidete mich bei meinen Versuchen mit steifgefrorenen Fingern die Rucksack schnallen zu öffnen. Wie kalt meine Hände waren habe ich tatsächlich erst da gemerkt. Irgendwann waren die Formalitäten erledigt und nach einer Dusche und trockener Kleidung ist die Welt auch gleich wieder in Ordnung.

Angeblich ist das jetzt der letzte schlechte Tag in nächster Zeit gewesen, ich bin gespannt ob hier der Frühling endlich Einzug hält.

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