Ein langer Tag mit einem schlammigen Start und einem guten Ende.
Jetzt habe ich wahrscheinlich schon mehr als 200 Zeltnächte hinter mir und immer noch nicht alle Fehler gemacht, die ich besser vermieden hätte. So stolz war ich gestern auf mich einen ebenen, fast steinfreien und abgeschiedenen Platz gefunden zu haben.
Gestern Abend erschien er ideal, na ja halt nur bis zum ersten Austritt in der Nacht. Es hat ja abends angefangen zu regnen und der „wunderschöne“ Platz war dann halt Matsch, zumindest wenn ich draufgetreten bin. Es ist ja dunkel und die echte Bescherung war erst am Morgen sichtbar.

Natürlich war der Eingangsbereich ordentlich dreckig und ich hatte zu tun alles sauber verstaut zu bekommen. Meine Wanderschuhe waren bis zum Start auch mit 5cm Sohle zusätzlich ausgestattet auf der ich kaum gehen konnte. Es waren dann schon einige Kilometer nötig bis das alles wieder abgelaufen war. Mit abstreifen auf dem Gras war es nämlich nichts, das war Lehm und der hielt bombenfest. In einer der größeren Pfützen habe ich auch noch mühselig versucht meine Hausschuhe sauber zu kriegen. Die Latschen waren einigermaßen sauber, meine Fingernägel danach , reden wir lieber nicht drüber.
Immerhin vorerst kein Regen, auch wenn es oft danach aussah.
Die ersten beiden Täler sind scheinbar schon im 12 Jhrd. besiedelt gewesen. Zumindest war das den verschiedenen Infotafeln zu entnehmen. Unglaublich viele terrassierte Hänge. Weil da so gar nichts außer Gestrüpp drauf wuchs war mir schon klar das diese ganzen Steinmauern schon sehr alt sein müssen. Ob aus so früher Zeit weiß ich nicht. Scheinbar war es schon mal eine fruchtbare Gegend, die riesigen Häuser die jetzt alle verfallen, zeugen schon von Wohlstand den es in der Gegend gegeben haben muss.



Reste von Aquädukten sind auch noch da


Im 16 Jhrd. wurden die Bewohner vertrieben. Das zweite Tal war dann deutlich weitläufiger aber auch da alles terrassiert, jetzt halt große Felder weil der Hang nicht so steil war. Mandelbäume, wenig Olivenbäume und Weinreben , was anderes ist nicht zu sehen.
Was auffällt, die Erde ist nicht bewachsen, blanke Erde. Ob das natürlich ist, leichte Zweifel sind erlaubt.

Nach 27 km kam dann der Ort Pinoso. Ich musste heute Wasser und Essen für drei Tage besorgen. Morgen liegt kein Ort an der Strecke und Sonntag wenn wieder einer käme, haben die Geschäfte zu. Also 6 Liter Wasser, das Essen ist bei dem Gewicht fast schon Nebensache. Eigentlich war mir schon die ganze Zeit klar, es wird schwierig mit dem Schlafplatz. Nach längerem Kartenstudium habe ich dann dann das Camp Pinoso entdeckt. Bis dahin waren es halt noch über 5km. Das habe ich dann auch noch geschafft, leider entpuppte sich das Camp als Wohnmobilstellplatz. An der Rezeption war auch niemand mehr, so habe ich mich jetzt am Rand auf dem einzigen Fleck wo ein Haufen Blätter von den Olivenbäumen liegen und kein Kies, einquartiert. Mal schauen ob morgen früh jemand da ist. Ich habe nämlich auch noch einfach geduscht.
Zwischendurch habe ich dann meinen ersten größeren Regenschauer abgekriegt, bis jetzt hatte ich ja immer Glück mit einer gerade passenden Unterstellmöglichkeit, heute nicht. Also noch eine Premiere.
Dann hoffe ich mal das meine Füße morgen ob das langen Marsches heute, nicht beleidigt sind.