von Tarifa nach ...

19. Tag 27.2.25 von Ventas de Zafarraya bis 4 km hinter Alhama de Granada

Schwierige Ortsangabe wenn ich mitten im Nirgendwo auf 1100 Metern Höhe zelte.

Die gestrige Entscheidung im Ort zu übernachten war richtig gewesen. Es hätte sich so schnell nichts gefunden.

Am Ende des Ortes begegnete mir zum ersten Mal der spanische Gemüseanbau, oder was davon im Süden nach 4 Jahren Dürre noch übrig geblieben ist.

Ich habe jetzt eine ganz Zeit überlegt, ob ich so deprimierende Bilder zeigen soll. Aber nicht immer ist alles eitel Sonnenschein und beeindruckende Landschaftsbilder erhaltet ihr auf diesem Blog genug.

Es fällt in Spanien auf, Pfand auf Plastikflachen und Aludosen gibt es nicht. Demzufolge liegt wahnsinnig viel am Straßenrand und in Zivilisationsnähe.

Aber die Bauern setzen noch eins drauf.

Die ganzen Schläuche für die Bewässerung der Felder werden ja genau auf Länge abgeschnitten und die Reste bleiben überall liegen. Alle ehemaligen Transportkisten kaputt oder nicht, Kunststoffschnüre und Folien alles liegt rum. Auf den aufgegeben Feldern bleibt der ganze Plastikmüll liegen , ein einziges Grausen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nach heute, wenn ich nicht noch andere Zustände sehe noch spanisches Gemüse kaufen kann. Unsäglich deprimierend.

Mindestens 5km ging das so, zur Ehrenrettung muss gesagt werden, in Stadtnähe gab es auch ansehnliche Felder, sie waren aber in der Minderheit

Heute war es dann auch endlich soweit. Bei der Planung hatte ich öfter mal gelesen, dass Hunde auch mal frei rumlaufen. Bis jetzt bin ich an solchen Exemplaren immer noch mit viel Geschrei und Stockeinsatz vorbei gekommen. Heute war damit Schluss. Dreimal musste ich einen weitläufigen Umweg gehen, die waren einfach zu groß und angriffslustig. Von den jeweiligen Besitzern habe ich noch nie jemanden gesehen geschweige denn gehört.

Die Bauern haben normalerweise 3-4 Hunde, einige dürfen frei hinter Zäunen ( was bin ich manchmal froh das sie sich hier so abschotten) rum bellen und wie wild an den Zäunen hochspringen. Einer hängt meist an einer nicht mehr als drei Meter langen Kette, das sind die Ärmsten und die führen sich noch wilder auf und einen Zwinger mit Bewohner ist auch noch am Grundstück. Meist sind es große Hunde und ein kleiner Kläffer ist auch noch dabei.

Gefühlt hat jeder Grundstücksbesitzer mindestens einen Hund. Oft bemerken sie mich erst wenn ich schon da bin, dann erschrecken wir alle zutiefst. Sobald aber einer bellt sind die Umliegenden Herrschaften alle dabei sich lautstark zu melden, was dann eher besser für mich ist, weil ich dann schon weiß wo noch einer steckt.

Aber nachdem ich alle Höfe hinter mir hatte, ging’s und die Hügel und danach in einem Tal abwärts. Da blühten schon viele Obstbäume und Blumen, die Vögel zwitscherten aus voller Kehle, eine echte Wohltat.

Eigentlich hätte die Originalroute nicht nach Alhama de Granada geführt, aber ich wollte noch Wasser kaufen und so kam ich in diesen beeindruckenden Canyon.

Eine echte Bausünde
Rückblick

Hoch hinaus auf über 1100 Meter liegt mein Übernachtungsplatz. Hier wird noch ganz normale Landwirtschaft mit Wiesen, Oliven -und Obstbäumen betrieben.

Ausblick vom Zelt

Die nächsten Tage soll es dann immer wieder regnen, mal schauen wie das hier ausschaut.

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