Gut erholt und mit Schwung startete ich kurz nach acht. Raus aus Los Barrios auf einem schönen Wanderweg. Überraschenderweise hätte es 3km nach der Stadt etliche schöne Plätze zum Zelten gegeben, aber gestern war die Entfernung einfach nicht mehr zu schaffen und die Unsicherheit war Zuviel.

Bei der Planung der heutigen Etappe habe ich schon gesehen, dass mich den ganzen Tag mehr oder weniger geteerte Straßen als Untergrund begleiten werden. Ich habe mich darauf seelisch eingestellt, denn zu mindestens den einen Vorteil haben sie, sie sind gut und schnell zu bewältigen.
Der Faktor Spaẞ ist begrenzt und manchmal ist der auch überwertet 😉.

Wieder einmal auf dem Eurovelo entlang einer übergeordneten Straße, zumindest einigermaßen sicher fühlt man sich. Die Radfahrer, ausnahmslos Männer waren zwar meist schnell auf Rennrädern unterwegs, aber durchaus rücksichtsvoll.
Witzig, fand ich eine Truppe von vier Männern, die mit ihren Rasentrimmern den grünen Randstreifen mähten. Der vierte Mann war die Nachhut mit dem Laubbläser. Am Bild oben könnt ihr deutlich erkennen, dass ihn nur die Seite mit dem Grün interessiert hat. Das Laub entlang der Absperrung lieẞ er liegen. 5 km neben so einer Straße ziehen sich.
Aber die Belohnung in Form einer Bar am Straßenrand bescherte mir ganz überraschend eine kleine Zwischenmahlzeit und der Espresso, wenn er denn schon mal verfügbar ist, gehört natürlich auch dazu.
Eigentlich habe ich mir bei der Planung gedacht, am Fuße eines größeren Berges, der von einem Kastell gekrönt wird, einen Platz für die Nacht mit meinem Zelt zu suchen. Bedauerlicherweise war es wieder mal nicht möglich zu zelten, wo ich heute mal nicht in Zeitnot war.
Über Selbstverständlichkeiten in Deutschland macht man sich ja fast keine Gedanken. Wir haben dort das mehr oder weniger uneingeschränkte Betretungsrecht in den Wäldern und wenn wir auf dem Feldweg bleiben, auch bei den Wiesen und Feldern. Es fällt auf, dass das in Spanien scheinbar nicht möglich ist, alles ist eingezäunt und zwar wie eine Festung.



So recherchierte ich mal wieder nach einer Unterkunft. Oben auf der Burg steht ein Hotel und das, der absoluten Nebensaison geschuldet zu einem wirklich günstigen Preis. So beschloss ich, entgegen meiner Planung doch noch den Berg zu erklimmen. Mit dem Wissen das am Ende eine Dusche wartet, lässt sich der steile Anstieg in der prallen Sonne, die mir dann bestimmt 30° bescherte frohgemut bewältigen. Das sind dann auch die schönsten Bilder des Tages mit einer grandiosen Aussicht.





Oben stehen mir auch noch drei Schlafzimmer zur Verfügung und das für 60€
Die ganze Burganlage war früher einmal bewohnt. Inzwischen sind die Leute umgezogen, in einen neuen Ort am Fuße des Berges. Aus den verlassenen Häusern wurde das Hotel. Einige Häuser sind noch bewohnt, aber mindestens die Hälfte sind jetzt sogenannte Suiten. Zur Hauptsaison ist hier bestimmt einiges los aber jetzt strahlt alles eine gemütliche Atmosphäre aus.




So hat sich wieder mal alles zum Guten gefügt.
Wandererherz was willst du mehr.