Von Lillehammer über Trondheim nach Bergen

29. Tag 24.7. vom Nirgendwo zur Hütte Reinheim

Das leise Murmeln des Baches direkt neben dem Zelt und ab und  zu mal leichter Regen begleiteten mich durch die Nacht. Ein bisschen Überwindung kostet es schon aus dem warmen Schlafsack raus zu krabbeln,  das Wetter lädt nämlich nicht dazu ein.  Unverändert nebelig und feucht.

Als erstes steht eine Talquerung an, die nur aus Wasser besteht.  Der Fluss ist nur der offensichtliche Teil.

die Åmotsdalhytta

Ja, auch heute ist es anstrengend.  Viele Blockfelder und Flüsse verlangsamen das Vorwärtskommen und verlangen höchste Konzentration. Eigentlich würden die Herausforderungen echt Spaß machen, aber bei diesem kalten, nassen Bedingungen fühlt es sich mühselig an. An der Hütte mache ich Pause. Warm eingeheizt empfängt mich ein norwegisches Stimmengewirr und gleich werde ich willkommen geheißen.  Erst mal alles ausziehen,  ich bin ja pitschnass. Also nur die Jacke, Hose, Socken und Schuhe. Es sind Fischer für eine Woche da. Das ist bis jetzt die größte Hütte die ich auf meinen Wanderungen gesehen habe.  Wirklich gemütlich.  Es wird hier geangelt und mir wird versichert,  dass jede Menge Fische hier leben,  trotzdem das der See von Oktober bis Mitte Mai unter Eis und Schnee liegt.  Nach Kaffee und ein paar Plätzchen mache ich mich wieder auf den Weg,  der Aufbruch fällt schwer. Natürlich haben mir alle versichert ich hätte das Schwerste bereits hinter mir und jetzt würde ich höchstens noch 3,5h bis zur nächsten Hütte brauchen. Ich habe gleich mal festgestellt das das für mich bestimmt 1h mehr bedeuten wird, ja dem konnten sie zustimmen. Erst bergauf dann flacher dahin bis zum Pass und dann nur noch Abwärts. Ja, so einfach hörts sich an. Hat im Grunde auch gestimmt. Der Pass auf über 1600 Meter hat meine Nerven bei seinem Anblick etwas strapaziert und beim Näherkommen wurde es nicht besser.  Da hilft nur eins, ich komme d in einen Modus wo ich immer nur den nächsten Schritt sehen.  Die Stöcke wurden an den Rucksack geschnallt   denn ich brauchte freie Hände zum Klettern.

der Blick ins nächste Tal

Das Gute war, die Wetterbedingungen verbesserten dich und es blieb trocken.  Runter wars etwas einfacher und nach fast 5h Stunden war ich an der Reinheimer Hütte. Auch hier waren schon ein paar Leute da. Was gibt es Schöneres nach einem anstrengenden Tag als in ein warmes Haus zu kommen.  Hier gibts sogar einen extra Trockenraum mit eigenem Ofen, sodass der Duft der trocknenden Socken und Schuhe nicht den Aufenthaltsraum durchzieht.

unten am See liegt die Hütte
man kann sehen,  die Sonne versucht ihr Bestes

Morgen soll es dann endlich schöner werden,  ich will einfach dran glauben

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