Von Lillehammer über Trondheim nach Bergen

28. Tag 23.7. Von der Dindalshytta ins Urdvassbekken

Das steht in der Topografischen Karte. Irgendwo im Nirgendwo auf 1350 Meter könnte man sagen,  oder auf einem kleinen grünen Fleck mitten im steinernen Meer.

Nach so einem Fleckchen mit möglichst wenig Steinen habe ich geraume Zeit gesucht. Es hatte sich mittags schon abgezeichnet,  dass ich heute zu lange brauche um eine Hütte zu erreichen. Das Wetter war wie versprochen regnerisch und kühl. Meine Strecke führte mich rauf auf 1500 Meter. Teilweise wars eine wilde Kraxelei und höchst anspruchsvoll, zumindest für mich.

wunderschöne Farben

Schneefelder waren zu umgehen   denn darunter rauschte der Fluss, das ist mir eindeutig zu gefährlich da drauf zu steigen. Die Schneedecke scheint oft noch einen Meter dick, aber wenn man seinen Fuß drauf setzt,  fühlt sie sich weich an und an manchen Stellen war sie eindeutig sehr dünn.

Der Blick zurück,  ich kann kaum glauben,  das ich da heruntergekommen bin.

So ging es heute langsam voran  praktisch war ich mehr auf Felsen als auf Erde unterwegs.  Leichter Nieselregen, der erst nachmittags aufhörte,  machte mir das Leben zusätzlich schwer. Aber auch das ist geschafft und wenn ich vorher gewusst hätte wie das Gelände ausschaut  ich hätte eine andere Rute gewählt.

Schuhe und Socken sind pitschnass und bleiben es auch bis morgen früh, da werden Erinnerungen an letztes Jahr wach. Die Temperaturen sind auch im Keller und so habe ich das  erste Mal zum Schlafen lange Hose und Shirt an und eine Mütze werde ich wohl auch brauchen . Der Schlafsack   der mir bis jetzt meist zu warm war wird heute seinen Dienst leisten.  Aber inzwischen habe ich ein warmes Essen und einen heißen Kakao genossen und so ist alles in bester Ordnung. 

Immer mal wieder treffe ich Norweger oder auch Deutsche die von Hütte zu Hütte wandern, da bin ich froh um mein Zelt das mich unabhängig von den äußeren Umständen oder den eigenen Befindlichkeiten macht. Auch 2 dünne Stoffplanen schützen vor schlechten Wetterbedingungen und vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit.  Die Sicherheit sich jederzeit  in seinen Kokon zurückziehen zu können ist für mich die Grundlage überhaupt allein unterwegs sein zu können.

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