In der Nacht beginnt es dann zu regnen und ich darf morgens in pitschnasse Socken und Schuhe schlüpfen. Das Unangenehme ist nach 10 Minuten vorbei, wenn alles warm wird. Im Gegensatz zu meinen jungen Jahren, leide ich normalerweise nicht mehr unter kalten Füßen und Händen. Es regnet erst mal weiter und deshalb gibt es nur ein paar Fotos. Im Dunst ist auch nicht viel zu sehen.


Das mit den nassen Füßen wäre heute eh gekommen, denn ein sumpfiges Gebiet und Fluss nach dem anderen folgen.


Das sind Quadwege, eigentlich oft angenehm. Aber durch Moor wird es für Fußgänger problematisch.
Nach 17 km bin ich an der Straße und habe endlich Netz um zu sehen, wie weit es wirklich noch nach Kautokeino ist. Geschätzt hatte ich auf der Karte 12km und ich lag damit völlig richtig.
Dann beginnt die riesige Vorfreude auf ein festes Dach, eine Dusche und vor allen Dingen, dem Supermarkt.
Nachdem ich in der angedachten Unterkunft niemanden telefonisch erreiche und das Hotel am Ort stolze 170 € für eine Übernachtung will, fällt mir Airbnb ein. Was für ein Glück, ich finde eine kleine Eigentumswohnung, fast mitten im Zentrum und der Besitzer meldet sich auch recht schnell und so weiß ich schon nach 4km auf der Straße wo ich die nächsten 2 Nächte verbringen werde, denn jetzt vor dem letzten großen Abschnitt meiner Wanderung möchte ich nochmal alles auf Vordermann bringen. Die Ausrüstung leidet, es gehört einiges repariert, geflickt und geklebt.

Auf den 12km sind 17 Autos vorbeigekommen. Eins hat sogar gehalten und hätte mich mitgenommen. Als ich gemeint habe, ich will alles gehen hat der Mann gelacht und erklärt, wenn er hier Wanderer sieht, wollen die alle zum Nordkap und die möchten alles zu Fuß gehen. Aber er frägt trotzdem immer.
Während des Gehens überlege ich schon was ich für die Mahlzeiten einkaufen werde, der Magen knurrt vor Vorfreude. Die Unterkunft liegt noch vor dem Supermarkt und ich lasse den Rucksack dort und mache mich gleich auf den Weg zum Einkaufen. Das war eine weise Entscheidung denn mit 2 vollen Einkaufstüten schleppe ich mich zurück, da hätte ich besser meinen leeren Rucksack mitgenommen, das wäre leichter zu tragen gewesen.
Ich kann Wäsche waschen, habe eine super warme Wohnung und lasse den Abend mit einigen Köstlichkeiten, nützlichen wie unnützen, ausklingen.
Heute ist Ruhetag, ich muss noch in ein Sportgeschäft gehen und hoffe dort eine neue Gaskartusche zu erstehen. Die Saison ist leider schon vorbei und ich ich kann das samische Museum und die Kirche nicht besichtigen. Wie ihr bemerkt, habe ich jetzt den ganzen Vormittag mit dem Nachtragen der Blogbeiträge verbracht, das braucht echt viel Zeit.
Insgesamt sind über 800km zurückgelegt und etwas über 300km in der Finnmark fehlen noch. H
Habe gerade noch gelesen, dass die Kommune Kautokeino 2900 Einwohner hat, aber flächenmäßig 4x so groß wie das Saarland oder 11x so groß wie die Stadt Berlin ist.