Von Vitterskallstugan zur Tärnasjöhütte
Mit den genauen Ortsangaben gestaltet es sich teilweise schwierig. Nicht jedes Gewässer hat hier einen Namen und gestern stellte ich mein Zelt in der Nähe des südlichen Endes des Sees Tärnasjö auf. Die heutige Hütte liegt etwa mittig am Ufer des gleichen Sees.
Gestern hatte ich soweit Glück, das der Regen morgens beschloss es gut sein zu lassen. Das Zelt war zwar nass, aber mit dem extra Abbau des Innenzeltes konnte ich alles trocken verpacken und nur die äußere Plane wurde nass extra verpackt und außen am Rucksack verstaut. Es blieb bis zum Nachmittag trocken auch wenn der Himmel immer ausschaute als würde er seine Schleusen bald öffnen.








Insgesamt waren nur 5 solcher Brücken und 2 kleine Stege nötig um das Tal zu queren. Kurz nach den Brücken fand ich ein Plätzchen mit festem Untergrund. Und stellte mein Außenzelt auf. Wenn ich das nass verpacken muss und es während des Tages trocken und windig ist, stelle ich mich damit in den Wind und lasse es ordentlich durchblasen und binnen 10 Minuten ist es trocken. Kaum hatte ich das aufgestellt begann es auch zu regnen und ich war erst mal froh und glücklich wieder rechtzeitig im Trockenen zu sitzen. Kurz bekam ich einen riesigen Schreck weil ich mein Innenzelt trotz intensiver Suche nicht fand. Völlig aufgelöst hockte ich zwar im Trockenen aber die wildesten Überlegungen jagten durch meinen Kopf. Nachdem ich dreimal alles umgeschichtet hatte, war es plötzlich doch da. Dann gabs natürlich gleich jede Menge Tränen der Erleichterung. Nach so einem Schreck brauchts Nervennahrung und die besteht bei mir aus etwas Süßem. Danach habe ich mir mein Reich eingerichtet und gekocht. Danach habe ich meinen Topf raus gestellt und wollte ihn später auswaschen. Das habe ich dann vergessen und in der Früh war er dann fast voll, was mich dann doch veranlasst hat mir die gefallene Regenmenge auszurechnen. Es hat sage und schreibe binnen 12h 95Liter/qm geregnet. Da hat es mich nicht gewundert, dass ein Teil meiner Zeltnähte dem nicht standgehalten haben und viele Tropfen und Wasserspuren außen auf dem Innenzelt am Morgen sichtbar waren. Das Kondenswasser tat sein Übriges und so war der Schlafsack leicht feucht. Alles andere hatte ich eh vorsorglich in meine wasserdichten Packsäcke verstaut.
Eigentlich wollte ich heute bis in die Nähe der übernächsten Hütte in 23km Entfernung gehen, aber die nachfolgenden Bilder zeigen euch die Wegeverhältnisse – Erinnerungen an Norwegen wurden übermächtig. Im strömenden Regen bin ich bloß 9km bis zur nächsten Hütte gegangen. Da war erst mal Hoffen auf ein Bett angesagt. Das stellt sich erst abends raus, denn die Internetverbindung der Hütte ist zusammengebrochen ist und es wird erst bis 19 Uhr gewartet um festzustellen wieviele Plätze vorgebucht wurden. Zur Not muss ich auf dem Küchenboden schlafen. Kurz nach mir kamen 3 Amerikaner denen es auch nicht anders ergeht. Bei diesem Wetter denken sich viele dasselbe und wollen ein festes Dach über dem Kopf, aber wenigstens sitze ich im Trockenen und heute Abend erwartet mich noch eine Sauna, also echter Luxus.



Aber gerade höre ich, das das Wetter besser werden soll, ab Donnerstag 17 Grad, laut den gerade eintreffenden Schweden fast zu heiß zum Wandern.

